Vielfalt der Perspektiven als Herausforderung und Chance
Der Parteitag in Cottbus im Spiegel der Potsdamer Basis
Am 18. Juni trafen sich die Mitglieder des Potsdamer Kreisverbande zum gemeinsamen Blick auf den zurückliegenden Parteitag des BSW Brandenburg. Das höchste Beschlussgremium auf Landesebene hatte kürzlich Friederike Benda als Vorsitzende im Amt bestätigt und Anträge, die unter verschiedenen Aspekten eine stärkere Beteiligung der Kreisverbände an der Weiterentwicklung der jungen Partei forderten abgelehnt oder zur weiteren Beratung an den Parteivorstand überwiesen.
Die Initiative für eine Abkehr vom seit Parteigründung etablierten Kurs der zentralen Steuerung ging wesentlich von der im Laufe des Parteitags durch Beschluss aufgelösten Arbeitsgemeinschaft (AG) „Demokratie und Basis“ aus.
Zudem wurde eine Doppelspitze in der Führung der Partei ausgeschlossen und statt des von einigen mitgliederstarken Kreisverbänden vorgeschlagenen IT-Unternehmers Thomas Paschy der Uckermärker Manuel Lipke als Kandidat der Landesführung gewählt. Die Veranstaltung in Cottbus war durch hitzige Wortwechsel und lautstarke Rufe der Ablehnung bei Auftritten von Vertretern der AG „Basis und Demokratie“ geprägt.
Auf der Versammlung am 18. Juni wurde versucht, Gräben zu überwenden, die durch geteilte Positionen der Potsdamer Mitgliedschaft entstanden waren. Während sich der Kreisvorstand auf dem Parteitag für eine personelle Erweiterung des Landesvorstandes, die Stärkung der finanziellen Selbstverwaltung in den Kreisen und die strukturierte Entwicklung eines Landesprogramms einsetzte wurde dieses Engagement seitens eines Teils der Mitglieder als Mangel an Vertrauen in die Landesführung und Schwächung der Partei durch öffentliche Darstellung von Dissenspunkten wahrgenommen.
Bei dem Treffen im Potsdamer „Sternzeichen“ gelang es jedoch nicht, eine Verständigung zu erreichen. Obwohl, objektiv betrachtet, die Forderung nach einer inhaltlichen und personellen Weiterentwicklung der Partei und das Bedürfnis nach Stabilität und Geschlossenheit sich nicht gegenseitig ausschließen, konnte eine Anerkennung der zu abweichende Beurteilung führenden Motive nicht erreicht werden.
Die Gründe dafür zu ermitteln und die Unversöhnlichkeit der verschiedenen Haltungen zu überwinden bleibt eine aktuell ungelöste Herausforderung. Nach dem Rücktritt der Vorsitzendenden Monika Keilholz und defällt diese Aufgabe dem weiterhin in nun verminderter Stärke amtierenden Vorstand zu. Einen hoffnungsvollen Akzent in der nicht nur durch die Außentemperaturen Atmosphäre setzten die Glückwünsche an Prof. Anke Uhlenwinkel und Dr. Andrej Tchernodarov, die neuen Potsdamer Vertreter im Landesvorstand.
